Seite drucken Fenster schliessen


Der Brief

Der Brief / The letter


Gerne hätte ich den originalen Wortlaut des Briefes an dieser Stelle veröffentlicht, aber ein Urteil des LG Berlin (Az.: 27 O 605/98) besagt sinngemäß, das ohne Einwilligung des Verfassers keine wortgetreuen Zitate aus Anwaltsschreiben veröffentlicht werden dürfen. Herr von Gravenreuth hat auf diesen Sachverhalt explizit hingewiesen.

Es stellt sich nun die Frage, ob dieser Hinweis überhaupt angebracht ist, denn Tanja's Brief erfüllt formal sicherlich nicht die Kriterien eines Anwaltschreibens.

Sei's drum ... ich werde noch lange an die arme Tanja denken, deren monatliches Taschengeld von 60 DM nicht zum Sammeln von Babypuppen ausreichte und die sich die Adressen ihrer "Brieffreunde" mit einem - aus Nadel und Faden selbstgebastelten - Pendel aus Zeitschriften heraussuchte. ;-)

Trotz allem Schmunzelns über diese Anekdote bleiben doch zwei Dinge, die wir uns auch heute kritisch vor Augen führen sollten:

1) die Politik sollte sich noch eingehender mit dem um sich greifenden Internet-Abmahn-Wahnsinn beschäftigen. Einige frisch-studierte Anwälte scheinen sich auf dieses Geschäftsmodell spezialisiert zu haben. Sie schaden damit nicht nur dem allgemeinen Rechtsempfinden, sondern auch der Anwaltsbranche!
2) schon damals waren viele Eltern überrascht und schockiert, was Ihre Schützlinge so an Programmen angehäuft haben. In den Zeiten des Internets und illegaler Tauschbörsen sehen die Eltern keine Diskettenstapel mehr neben dem Bildschirm. Daher: Eltern; achtet auf das, was Eure Kinder/Jugendlichen am Computer veranstalten! Raubkopien sind nicht nur illegal, sie gefährden auch die Sicherheit Ihrer Computerumgebung!


Damalige Reaktionen (1992/1993) in der Zeitschrift ComputerFlohmarkt:

Reaktionen in der Zeitschrift ComputerFlohmarkt